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„HSG ist immer eine Überlegung wert!“ - Nationalspieler Lars Kaufmann im Interview

Ex-Wetzlarer über WM in Kroatien, das Spiel in RITTAL Arena und seine Zukunft!
Seit seinem Wechsel von der HSG Wetzlar zum TBV Lemgo vor anderthalb Jahren schien Nationalspieler Lars Kaufmann das Pech wie Harz an den Händen zu kleben. Nach drei schwereren Verletzungen – darunter zwei Bänderrisse im Knie – war es ruhig geworden um den wurfgewaltigen Rückraumspieler, der 2007 mit den deutschen Handball-Herren Weltmeister geworden war. Doch ausgerechnet beim WM-Turnier in Kroatien trumpfte der 26-jährige dieser Tage wieder in gewohnter Form auf und sicherte dem Nationalteam von Heiner Brand mit acht Treffern gegen Ungarn den 5. Platz. Obendrauf wurde der gebürtige Görlitzer von den IHF-Vertretern noch zum „Spieler des Spiels“ gewählt. Wir haben kurz vor dem Wiederbeginn des Liga-Alltags die Chance genutzt und mit Lars „Köfi“ Kaufmann gesprochen.

Lars, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu Platz 5 bei der WM in Kroatien und Deinen tollen Leistungen in den letzten Spielen. Nach den vergangenen beiden Jahren mit Verletzungen und wenig Einsatzzeiten hat Dir das sicherlich gut getan, oder?
Lars Kaufmann:
„Vielen Dank. Die letzten anderthalb Jahre waren wirklich nicht die besten in meiner bisherigen Karriere. Ich war lange Zeit verletzt und meine Leistungen waren auch sehr unkonstant. Deswegen haben mir die letzten Spiele der WM wieder Selbstvertrauen gegeben.“

Von Seiten der deutschen Mannschaft wurde bei der WM doch sehr viel auf die Schiedsrichter geschimpft! Habt Ihr Euch ein bisschen verschaukelt gefühlt?
Kaufmann:
„Die Schiedsrichter sind beim Handball immer ein Thema, besonders wenn das Spiel bis zum Schluss auf der Kippe steht. Einige Entscheidung waren für uns sehr unglücklich, aber ehrlich gesagt möchte ich mich dazu auch gar nicht weiter äußern – bringt eh nichts mehr. Sportlich hatten wir auch so unsere Chancen die Spiele zu gewinnen und sie leider nicht nutzen können!“

Vor der WM wurde bekannt, dass nach dieser Saison und zwei Jahren beim TBV Lemgo nach Göppingen wechseln wirst. Was sind Deine Gründe dafür den TBV zu verlassen?
Kaufmann:
„Ich bin vor zwei Jahren nach Lemgo gegangen um mich weiter zu entwickeln und ein Stammspieler in einer wichtigen Mannschaft zu werden. Leider habe ich das durch die vielen Verletzungen und meine Leistungsschwankungen nicht geschafft. In Göppingen will ich einen Neuanfang machen, um wieder richtig durchstarten zu können. Mit Velimir Petkovic habe ich einen Trainer der mich fördert und bei dem ich wieder einen Schritt weiter machen kann.“

Siehst Du Deinen Wechsel von Wetzlar nach Lemgo heute mit anderen Augen - vielleicht sogar als Fehler an?
Kaufmann:
„Als Fehler sehe ich die Zeit beim TBV auf keinen Fall. Ich habe in OWL (Ostwestfalen-Lippe, d. Red.) wichtige Erfahrungen gesammelt, die man früher oder später mal machen muss. Außerdem habe ich mich sehr wohl gefühlt und die Mannschaft ist wirklich eine coole Truppe.“

Was erwartest Du Dir von Deiner neuen Mannschaft und Deinem neuen Trainer, dem Ex-HSG-Coach Velimir Petkovic?
Kaufmann:
„In Göppingen wartet eine junge, erfolgshungrige Mannschaft, die wieder Europa im Blickfeld hat. Petkovic ist ein Trainer der viel von seinen Spielern erwartet, aber auch eine Menge gibt. Er arbeitet gern mit jungen Leuten und hat z.B. auch Manuel Späth gefördert und zu einem Nationalspieler gemacht. Ich will mich unter ihm weiter entwickeln.“

Kommen wir mal zum anstehenden Bundesliga-Spiel Wetzlar gegen Lemgo. Das Hinspiel war ja eine deutliche Angelegenheit für den TBV. Denkst Du, dass es auch in Wetzlar eine klare Sache werden wird?
Kaufmann:
„Auswärtsspiele sind nie einfache Spiele und nur selten eine klare Sache. Natürlich gehen wir mit dem TBV als Favorit ins Spiel, d.h. aber auch das der Druck auf unserer Seite ist. Die HSG kann eigentlich ruhig aufspielen, denn sie hat nichts zu verlieren. Außerdem haben sie die tollen Fans im Rücken! Deswegen wird es für uns eine ganz schwere Aufgabe in der RITTAL Arena.“

Worauf wird für den TBV in Lemgo ankommen und was bedeutet der Ausfall von Michael Kraus für Euer Spiel?
Kaufmann:
„Um in Wetzlar wieder erfolgreich zu sein, müssen wir die Abwehr stabil halten und ein besonderes Auge auf Smöre Christophersen legen, der ein entscheidender Faktor im Angriffspiel der HSG ist. Der Ausfall von Mimi Kraus trifft uns natürlich sehr hart, aber mit Martin Strobel haben wir eine super Alternative auf der Spielmacher-Position. Er hat schon bei der WM gezeigt, dass er mehr als nur ein Ersatzmann sondern bereits ein Führungsspieler ist.“

Aktuell steckt die HSG Wetzlar ja noch Mitten im Abstiegsstrudel - zumindest heißt es für das Team Punkte zu sammeln, um die Abstiegsrelegation zu vermeiden. Schaffen die Ex-Kollegen das?
Kaufmann:
„Bis jetzt hat es Wetzlar immer geschafft, ich kann mich noch gut an mein letztes HSG-Spiel gegen Magdeburg erinnern! Damals ging es auch um alles oder nichts und wir haben es gepackt in der Liga zu bleiben! Wetzlar hat Erfahrung in Sachen Abstiegskampf und deshalb bin ich überzeugt, dass es Spieler, Trainer und Verantwortliche schaffen, die nötigen Punkte zu Klassenerhalt einzufahren.“

Viele HSG-Fans würden sich sicherlich wünschen Dich irgendwann mal wieder im Wetzlarer Trikot zu sehen - bestehen da Chancen?
Kaufmann:
„Die nächsten zweí Jahren bin ich jetzt erst einmal in Göppingen, was danach passiert werden wir sehen! Ich habe mich super wohl in Wetzlar gefühlt und komme immer wieder gerne auf Besuch, deswegen ist die HSG für mich immer eine Überlegung wert.“

(Björn Seipp )

 

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