»News»Nürnberg nach Unentschieden in Blomberg auf Rang 3

Nürnberg nach Unentschieden in Blomberg auf Rang 3

Unentschieden werfen immer wieder die berühmte Frage auf, ob der Punkt nun verloren oder gewonnen sei. Für Csaba Szücs, Trainer der Bundesliga-Handballerinnen des 1. FC Nürnberg, war die Antwort auf diese Frage nach dem 19:19 (10:11) seines Teams in Blomberg klar: "Nach 50 Minuten hatten wir den Punkt eigentlich verloren. Dann haben wir das Glück erzwungen und zumindest einen Punkt noch gewonnen."

Doch der Reihe nach. Bereits im Vorfeld war allen Beteiligten klar, dass es eine enge Geschichte werden würde. Und tatsächlich gab es von Anfang an die erwartete Abwehrschlacht mit starken Torhüterleistungen. Spielerische Glanzlichter waren zwar Mangelware, aber ansonsten bot das Spiel alles, was das Fanherz beider Teams begehrte.

Dabei hatten die Nürnbergerinnen eigentlich den besseren Anfang für sich und führten abgesehen vom 0:2 zum Auftakt die gesamte erste Halbzeit. Allerdings ließen sie bereits hier die eine oder andere Großchance vor allem im Konter ungenutzt. Statt mit vier oder fünf Treffern Vorsprung in die Pause zu gehen, war es nur ein einziger.

Das sollte sich in der noch intensiveren zweiten Halbzeit rächen. Beide Mannschaften kämpften um jeden Quadratmillimeter. Jede Spielerin ging an ihre Grenzen. Teilweise sogar darüber hinaus. Obwohl sie bereits im ersten Durchgang einen starken Pferdekuss erlitten hatte, stellte sich Sara Walzik beispielsweise voll in den Dienst ihrer Mannschaft und biss sich weiter durch.

Doch trotz allen Einsatzes gelang es nicht, den Vorsprung weiter auszubauen als bis zum 15:17 (45.). Und dann schien es plötzlich als könnte der ganze Kampf vergebens gewesen sein. Elf Minuten lang gelang den Nürnbergerinnen vorne nichts mehr. Und Blomberg kämpfte sich heran. Erst trafen Dorna und Seiffert ProVital zum Ausgleich, dann nutzten Ilyes und Missling eine Zeitstrafe gegen Kerstin Wohlbold zur ersten Blomberger Führung seit dem 2:0.

Angesichts der Torarmut in dieser Partie schien damit nach 56 Minuten und 37 Sekunden die Vorentscheidung gefallen, beide Punkte verloren. Trotzdem riskierte Csaba Szücs noch einmal alles. Er nahm seine Auszeit, beorderte Franzi Beck und Kerstin Wohlbold zur 4:2-Deckung nach vorne. Mit Erfolg!

Erst brachte Ania Rösler ihr Team per Siebenmeter wieder zum 18:19 heran. Dann glich Kerstin Wohlbold knapp zwei Minuten vor dem Ende zum vielumjubelten und höchstverdienten 19:19 aus. Zum Sieg indessen reichte es nicht mehr. Zweimal erkämpften sich die Club-Mädels zwar noch einmal den Ball. Der Siegtreffer aber wollte nicht mehr fallen. Es blieb beim letztlich gerechten Unentschieden.

Und dieser eine doch noch gewonnene Punkt sollte schließlich wertvoller sein als zunächst angenommen. Völlig überraschend nämlich unterlag der Frankfurter HC beim Schlusslicht Dortmund. Und Nürnberg machte damit sogar noch an Boden in der Tabelle gut. Punktgleich mit dem Tabellenvierten Buxtehude und den nun auf Rang fünf abgerutschten Frankfurterinnen gelang dem FCN dank seines besseren Torverhältnisses sogar der Sprung auf Platz 3!

1. FC Nürnberg Handball:
Krause, Gubova, S. Stockhorst;
Schorradt, Scheffknecht, Rohde (2), Walzik (3), Jäger, Gebhard, Wohlbold (2), Rösler (5/3), Beck (7), Engel, C. Stockhorst.

Schiedsricher: Lars Schaller und Sebastian Wutzler (Leipzig/Frankenberg)

Siebenmeter: 7/4 zu 3/3

Zeitstrafen: vier zu acht Minuten (zweimal gegen Wohlbold, je einmal gegen Walzik und Rösler.

(Thomas Hankel)

 

Projekt Gold

Suche



Werbung

Amazon